Chronik der Familie Sondermann

Aline Sondermann


Aline Sondermann war die jüngste Tochter des Emil Wilhelm Sondermann (1843-1907) und der Elisabeth Thiel (1846-1917). Sie wurde am 22. Oktober 1883 in Gummersbach geboren. [1]

Ehe mit Carl Luyken

Aline Sondermann verlobte sich zu Weihnachten 1902 [2] und heiratete in Gummersbach am 14. Juni 1904 standesamtlich und am 15. Juni 1904 kirchlich Carl Robert Luyken. Carl Luyken war ein Sohn des Gummersbacher Buchdruckereibesitzers und Stadtrats Carl Luyken und der Elise Annette Jakobs. Er wurde am 30. Dezember 1877 in Gummersbach geboren [3] und dort am 31. Januar 1878 getauft. [4]

Aus der Ehe Sondermann-Luyken stammen zwei Kinder: [5]


  1. Elsbeth Martha Irmgard Luyken (1905)
  2. Wolfgang Luyken (1909)


Zur Geburt des Sohnes Wolfgang veröffentlichte das Ehepaar folgende Anzeige: [6]

Die Ehe Sondermann-Luyken wurde im April 1915 geschieden. [7] Die Kinder blieben beim Vater. Unter der Trennung von ihren Kindern litt naturgemäß Aline Luyken geb. Sondermann. [7a]


Carl Luyken verstarb am 30. Mai 1942 in Gummersbach. [8]

Exkurs: Die Gummersbacher Familie Luyken

Der Buchdrucker Friedrich Mathias Christian Luyken kam aus Wesel nach Gummersbach und erwarb dort 1837 die erst zwei Jahre zuvor gegründete Buchdruckerei Amberger. Die Buchdruckerei gab damals das "Aggerblatt" heraus, damals die einzige Zeitung im Gummersbacher Kreis. Sohn des Friedrich Luyken war Carl Luyken, der 1843 geboren wurde, Elise Jakobs heiratete und die Buchdruckerei seines Vaters übernahm. [9]

Werdegang des Carl Luyken

In der Chronik der Familie Luyken wird der Wergegang des Carl Luyken wie folgt beschrieben: [10]


Carl Luyken besuchte zunächst die Rektoratsschule in Gummersbach. Da es in Gummersbach noch keine weiterführende Schule gab, zog er nach Bonn zu seiner Tante Mathilde Luyken und besuchte dort das Gymnasium. Nachdem Carl Luyken Ostern 1896 die Reifeprüfung am Gymnasium in Bonn bestanden hatte,  studierte er an der Universtität Bonn Theologie. "[...] Er war ebenfalls bei der Burschenschaft Allemania aktiv. [Anm. d. Verfassers: Woher vermutlich sein Schmiss herrührt.] Nach Ablegung der ersten theologischen Prüfung besuchte er ein Jahr das Predigerseminar in Soest und war und war im Anschluß daran als Vikar in Kirchberg auf dem Hunsrück tätig. [...] Während der Vorbereitungszeit für das zweite theologische Examen gab er auch Unterricht am Pädagogium in Godesberg. Nachdem er diese Prüfung im Oktober 1903 mit der Examenspredigt abgeschlossen hatte, war er drei Jahre Hilfsprediger in seiner Heimatgemeinde Gummersbach, bis er im Oktober 1906 bei ihr als Pfarrer eingeführt wurde. Die Treue, die er damals seiner Gemeinde versprach, hat er bis zu seinem Tod gehalten, obwohl mehrere Male von größeren Gemeinden, wie Duisburg und Frankfurt, an ihn ein Ruf ergangen war.


Mit unermüdlichen Fleiß entfaltete Carl Luyken in Gummersbach eine sehr segensreiche Tätigkeit. Durchdrungen von der Notwendigkeit, Tatchristentum darzutun, lag ihm auch die soziale Arbeit sehr am Herzen. Dabei hat er sich durch oft große Schwierigkeiten, die seinen Plänen entgegentraten, nicht von ihrer Durchführung abschrecken lassen. So baute er in Anbetracht der Vermehrung der Industrie ein Ledigenheim für unverheiratete Arbeiter und Angestellte, schuf einen privaten Arbeitsnachweis und errichtete ein Heim für Jugendpflege sowie einen Kindergarten. In seiner fröhlichen und zugleich ernsten Lebenauffassung, mit der sich eine tiefe, echte Vaterlandsliebe verband, wurde er der heranwachsenden Jugend ein echter Führer."


Um 1911 war Carl Luyken stellvertretender Vorsitzender der Gesellschaft zur Eintracht. [11]


"Carl Luyken hatte während der ersten beiden Jahre des Weltkriegs 1914/1915 die Seelsorge im Reserve-Lazarett zu Gummersbach, wurde am 5. November 1916, nachdem er auf eigene Kosten einen Vertreter gestellt hatte, von seiner Behörde für dienstabkömmlich erklärt und wurde am gleichen Tage der verstärkten Brigade Dumrath VIII Armee Korps, die in Stellungskämpfen an der Aisne lag, als freiwilliger Feldgeistlicher zugewiesen. [Eisernes Kreuz II Klasse am 14. Oktober 1916 nach der Sommeschlacht]. Von November 1916 bis Dezember 1917 Stellungskämpfe am oberen Styr-Stochod. Am 27. November 1917 wurde Carl Luyken zur 86. Infanterie-Division versetzt, am 29. November 1917 zum etatsmäßigen Feld-Divisions-Pfarrer der 86. Infanterie-Division ernannt. Vom 7. Februar 1918 bis Kriegs-Schluß stand Carl Luyken wieder an der Westfront in Angriffskämpfen bei Soissons und Reims, an der Marne und in der Champagne, an der Siegfrieds- und Hindenburg-Stellung. Am 16. Dezember 1918 erfolgte die Entlassung aus dem Heeresdienste.


Im Divisionsbefehl vom 13.6.2018 wurde Karl Luykens unerschrockenes, vorbildliches Verhalten als Seelsorger bei den schwer kämpfenden Truppen besonders anerkannt." Der Divisionsbefehl lautete: "Im Namen Sr. Majestät des Kaisers u. Königs habe ich das Eiserne Kreuz I Klasse verliehen dem evang. Divisionspfarrer Luyken, weil er während der zurückliegenden schweren Kämpfe in vorbildlicher Weise sein seelsorgerisches Amt bei den kämpfenden Truppen und auf den unter feindlichem Feuer liegenden Truppenverbandplätzen unerschrocken versah und durch anfeuernde Worte und persönliches gutes Beispiel auf den Geist der Truppen einwirkte."


"Als Anerkennung für seine Arbeiten für den Volksbund zum Schutz der Kriegsgefangenen wurde Carl Luyken am 11. November 1920 die Rote Kreuz-Medaille III. Klasse verliehen.


Karl Luyken litt sehr unter der Nachkriegszeit und dem Ausbruch des zweiten Weltkriegs. Sein größter Schmerz war ihm der Tod seines Sohnes [aus zweiter Ehe] Karl-Richard, der aus Rußland nicht heimkehrte [...]. Er lebte danach nur noch 9 Monate; sein gesundheitlich schon geschwächter Körper war diesen schweren seelischen Erleben nicht mehr gewachsen. Als er am 30. Mai 1942 seinen auf Urlaub kommenden Sohn Wolfgang abholen wollte, erlitt er auf dem Bahnhof einen tödlichen Schlaganfall.


Sein Heimgang erregte in Gummersbach tiefe Trauer. Bei der Abschiedsfeier in der überfüllten Kirche kam noch einmal in warmen Dankesworten zum Ausdruck, welche Liebe und Verehrung sich Carl Luyken in seiner Gemeinde  erworben hatte."

Ehe mit August Lang

In zweiter Ehe heiratete Aline Luyken geb. Sondermann in Köln-Lindenthal am 12. (?) Juli 1918 August (Gustl) Lang. August Lang wurde am 24. Dezember 1874 in Homberg an der Saar geboren. [12]

Aline Luyken geb. Sondermann war (zumindest) zu Beginn des I. Weltkriegs Krankenschwester. Während ihrer Tätigkeit lernte sie August Lang kennen, den sie Ende des Krieges heiratete. [13] In den Kriegsjahren lebte Aline Sondermann zeitweise bei ihrem Bruder Erich Sondermann in Chemnitz (der dort eine neue Stellung angenommen hatte) und in der Wohnung ihrer Schwester Hedwig Schäfer in Köln (die in New York war). [13a]


Aus der Ehe Sondermann-Lang gingen keine Kinder hervor. [14]

Beruf des August Lang

August Lang war Berufssoldat. Im Krieg war er Hauptmann in einem bayerischen Infanterie-Regiment. [15] Bereits im August 1915 war (vermutlich bis zum Kriegsende) in franzöische Kriegsgefangenschaft geraten. [15a]


Im Jahr 1936 ist er als Major a. D. (im Ruhestand) und Kreisjägermeister zu Weilheim in Ober-Bayern belegt. [16]

Wohnorte

Das Ehepaar Sondermann-Luyken wohnte nach ab der Bestellung des Carl Luyken zum Gummersbacher Pfarrer im Pfarrhaus in Gummersbach (Kirchplatz Nr. 2/3). [17] Carl Luyken wohnte dort bis zu seinem Tod im Jahr 1942. [18]


Nach ihrer Scheidung wohnte wohnte Aline Sondermann in Köln-Lindenthal bei ihrer Schwester Hedwig Sondermann verh. Schäfer (Gemünder Straße Nr. 5) bis zu ihrer Wiederverheiratung im Jahr 1918. August Lang wohnte 1918 in München. [19]


Im Jahr 1936, und vermutlich bereis seit Ende des Krieges, lebte das Ehepaar Sondermann-Lang in Weilheim in Oberbayern, Am Oeferl Nr. 21. [20]

Tod des Ehepaares Sondermann-Lang

Aline Lang geb. Sondermann verstarb am 14. Februar 1950 in Weilheim in Oberbayern. [22] August Lang verstarb ein Jahr später am 24. Februar 1951 an unbekanntem Ort. [23]


 [1] Vgl. Sondermann et al. (1936): Sondermann 2., aus Langenberg im Rheinlande, in: Koerner, Bernhard (Hrsg.): Deutsches Geschlechterbuch Band 92, Görlitz, S. 496; Familienverband Luyken (1925): Nachkommen von Carl Luyken, Buchdruckereibesitzer in Gummersbach, in: Chronikblätter für die Familie Luyken und ihre Anverwandten, 5. Jg., Heft 1, Berlin, S. 197.

[2] Vgl. o. V. (1902): Auswärtige Familien-Nachrichten, in: Aachener Anzeiger v. 28. Dezember 1902, Nr. 302, Vorabend-Ausgabe, S. 3; Sondermann, E. W./Sondermann, Elise (1902): Verlobungsanzeige Aline Sondermann, in: Kölnische Zeitung v. 24. Dezember 1902, Nr. 1014, Abend-Ausgabe, S. 3.

[3]  Vgl. Familienverband Luyken (1925): Nachkommen von Carl Luyken, Buchdruckereibesitzer in Gummersbach, in: Chronikblätter für die Familie Luyken und ihre Anverwandten, 5. Jg., Heft 1, Berlin, S. 197. Das Geburtsdatum wird dort fehlerhaft 30. Dezember angegeben. Vgl. Sondermann et al. (1936): Sondermann 2., aus Langenberg im Rheinlande, in: Koerner, Bernhard (Hrsg.): Deutsches Geschlechterbuch Band 92, Görlitz, S. 496.  Zweiter Vorname der Mutter lt. Vgl. Jonas (2010), S. 19; Luyken, Carl/Luyken, Aline (1904): Vermählung, in: Kölnische Zeitung v. 17. Juni 1904, Nr. 614, Mittagsausgabe S. 3; Luyken, Carl/Luyken, Elise (1878): Geburt Carl Luyken, in: Gummersbacher Zeitung v. 1. Januar 1878, Nr. 1, S. 4.

[4] Vgl. Jonas (2010), S. 19.

[5] Vgl. Sondermann et al. (1936): Sondermann 2., aus Langenberg im Rheinlande, in: Koerner, Bernhard (Hrsg.): Deutsches Geschlechterbuch Band 92, Görlitz, S. 496.

[6] Vgl. Luyken, Carl/Luyken, Aline (1909): Geburtsanzeige Wolfang Luyken, in: Kölnische Zeitung v. 22. Juli 1909, Nr. 776, Erste Morgen-Ausgabe, S. 4.

[7] Vgl. Sondermann et al. (1936): Sondermann 2., aus Langenberg im Rheinlande, in: Koerner, Bernhard (Hrsg.): Deutsches Geschlechterbuch Band 92, Görlitz, S. 496; Familienverband Luyken (1925): Nachkommen von Carl Luyken, Buchdruckereibesitzer in Gummersbach, in: Chronikblätter für die Familie Luyken und ihre Anverwandten, 5. Jg., Heft 1, Berlin, S. 197. Karl Luyken verheiratet in zweitere Ehe mit Marie Barth. Aus dieser Ehe entstammen zwei Kinder. Vgl. Familienverband Luyken (1925): Nachkommen von Carl Luyken, Buchdruckereibesitzer in Gummersbach, in: Chronikblätter für die Familie Luyken und ihre Anverwandten, 5. Jg., Heft 1, Berlin, S. 197.

[7a] Vgl. Sondermann, Erich (1915): Brief an Hedwig Schäfer, Chemnitz.

[8] Vgl. Familienverband Luyken (1962): Carl Luyken, in: Chronikblätter für die Familie Luyken und ihre Anverwandten, 10. (31.) Jg., S. 464.

[9] Vgl. Luyken, Henrich (1954): Der Gummersbacher Ast der Familie Luyken, in: Chronikblätter für die Familie Luyken und ihre Anverwandten – Neue Folge –, 2. (23.) Jg., Düsseldorf, S. 36-45.

[10]  Vgl. Familienverband Luyken (1962): Carl Luyken, in: Chronikblätter für die Familie Luyken und ihre Anverwandten, 10. (31.) Jg., S. 464-465; Familienverband Luyken 1925): Nachkommen von Carl Luyken, Buchdruckereibesitzer in Gummersbach, in: Chronikblätter für die Familie Luyken und ihre Anverwandten, 5. Jg., Heft 1, Berlin, S. 198.

[11] Gesellschaft zur Eintracht (Hrsg.) (1986): 175 Jahre Gesellschaft zur Eintracht, Gummersbach, S. 7.

[12] In Sondermann et al. (1936): Sondermann 2., aus Langenberg im Rheinlande, in: Koerner, Bernhard (Hrsg.): Deutsches Geschlechterbuch Band 92, Görlitz, S. 496, wird das Heiratsjahr fehlerhaft mit 1908 angegeben. Korrekt ist Juli 1918. Vgl. Lang, August/Lang, Aline (1918): Vermählung, in: Kölnische Zeitung v. 17. Juli 1918, Nr. 652, Erste Morgen-Ausgabe, S. 3.

[13] Vgl. Schmitzer (2006): Gespräch mit Chr. Thiesen, Gummersbach.

[13a] Vgl. Sondermann, Erich (1915): Brief an Hedwig Schäfer, Chemnitz.
[14] Vgl. Sondermann et al. (1936): Sondermann 2., aus Langenberg im Rheinlande, in: Koerner, Bernhard (Hrsg.): Deutsches Geschlechterbuch Band 92, Görlitz, S. 496.  

[15] Vgl. Schmitzer (2006): Gespräch mit Chr. Thiesen, Gummersbach; Lang, August/Lang, Aline (1918): Vermählung, in: Kölnische Zeitung v. 17. Juli 1918, Nr. 652, Erste Morgen-Ausgabe, S. 3.

[15a] Vgl. Sondermann, Erich (1915): Brief an Hedwig Schäfer, Chemnitz.

[16] Vgl. Sondermann et al. (1936): Sondermann 2., aus Langenberg im Rheinlande, in: Koerner, Bernhard (Hrsg.): Deutsches Geschlechterbuch Band 92, Görlitz, S. 496; Verlag Weilheimer Zeitung (Hrsg.) (1936): Einwohnerbuch Weilheim OB, Weilheim, S. 108.

[17] Vgl. Familienverband Luyken (1925): Nachkommen von Carl Luyken, Buchdruckereibesitzer in Gummersbach, in: Chronikblätter für die Familie Luyken und ihre Anverwandten, 5. Jg., Heft 1, Berlin, S. 197; Dietzgen Albert (Hrsg.) (1911/1912): Adressbuch der Kreise Gummersbach, Waldbröl u. Wipperfürth, Siegburg, S. 21.

[18] Vgl. Verlag des Adressbuches für den Oberbergischen Kreis (Hrsg.) (1940): Adreßbuch für den Oberbergischen Kreis, Gummersbach, S. 46.

[19] Vgl. Lang, August/Lang, Aline (1918): Vermählung, in: Kölnische Zeitung v. 17. Juli 1918, Nr. 652, Erste Morgen-Ausgabe, S. 3; Greven, Anton Carl (Hrsg.) (1915): Greven's Adreßbuch für Köln und Umgebung 1915, 61. Jahrgang, Köln, Teil III, S. 142.

[20] Vgl. Sondermann et al. (1936): Sondermann 2., aus Langenberg im Rheinlande, in: Koerner, Bernhard (Hrsg.): Deutsches Geschlechterbuch Band 92, Görlitz, S. 496; Verlag Weilheimer Zeitung (Hrsg.) (1936): Einwohnerbuch Weilheim OB, Weilheim, S. 91.

[21] Vgl. https://www.gm.fh-koeln.de/senioreninternet/unsere_stadt_gm/gebaeude/pfarrhaus.html.

[22] Vgl. Familienverband Luyken (2013): Aline Sondermann, <https://www.familie-luyken.de/07Genealogie/10Gen/10189s.htm>, Abrudatum: 6. Oktober 2022.

[23] Quelle nicht mehr bekannt.
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