Agnes Schultze heiratete am 30. April 1896 in Hildburghausen Dr. iur. Georg Hermann Werner Schwimmer, [2] der am 1. Januar 1862 in Schulpforta geboren wurde. Er war Sohn des Hermann Christian Friedrich Ludwig Schwimmer, Gerichtsassesor und Prokurator in Schulpforta, und der Marie Luise Jaeger. [3]
Das Ehepaar hatte drei Kinder, die in Hildburghausen geboren wurden: [4]
Die Tochter verstarb früh. Die Söhne Hans und Kurt waren Zwillinge.
Meta Spindler geb. Sondermann erinnert sich an Agnes Schultze: "[...]
Auch die Tochter Agnes war wochenlang bei uns zu Besuch. Als Backfisch schwärmte ich für sie, die 10 Jahre älter war als ich, und verehrte sie sehr. Als sie den Regierungsrat Schwimmer heiratete, lud sie mich zu ihrer Hochzeit ein. Zu meinem großen Kummer durfte ich aber nicht hingegen, da mein Vater befürchtete, ich könnte mich in einen Offiziert verlieben, die in Schultzes Haus viel verkehrten, und er wollte keinen Leutnant als Schwiegersohn, von denen er die Ansicht hatte, daß sie nicht ordentlich arbeiteten, kein Geld verdienten und nur solches durchbrächten. Das versetzte meine Mutter nach Vaters Tode in schwere Gewissenskonflikte, als meine Schwester Adele einen Offiziert heiraten wollte." [4a]
Bis 1900 ist Dr. Georg Schwimmer als Regierungsassessor in Hildbughausen belegt. [5] Zwischen 1900 und 1905 wird er dann zum Regierungsrat befördert. [6] Bis 1909 erhält er zudem den Titel "Geheimer Regierungsrat" und wechselt im Jahr 1909 von Hildburghausen nach Coburg, wo er dann auch bis zu seinem Lebensende tätig bleibt. [7]
In den Jahren 1895 bis 1905 ist Dr. Schwimmer Leiter der "Königlich preußischen Spezialkommission für Grundstücks-Zusammenlegung. Abteilung der Königlich preußischen General-Kommission in Merseburg". [8] Die Leitung hat er vermutlich bis zu seinem Wechsel nach Coburg inne. Entsprechend führt er auch den Titel ""königlich preußischer Spezialkommissar". [9] Die Spezialkommission wird nach dem Wechsel nach Coburg von Regierungsrat Kurt Sänger geleitet. [10]
Die Spezialkommission hatte zumindest ab 1905 ihren Sitz im Wohnhaus des Dr. Schwimmer (siehe unten). [11] Wo die Spezialkommission ihren Sitz vor 1905 hatte, geht aus den Adressbüchern der Stadt nicht hervor. Möglicherweise war die Kommission bereits zuvor in dem Gebäude ansässig. Mit dem Leitungswechsel im Jahr 1909 ändert sich auch der Sitz der Spezialkommission in Hildburghausen.
Welche Stellung Georg Schimmer in Coburg inne hatte, ist derzeit nicht bekannt.
Die Familie Schwimmer kam erst nach 1886, d. h. erst mit der Heirat Schwimmer-Schultze nach Hildburghausen, denn in diesem Jahr wird der Name Schwimmer noch nicht im Adressbuch der Stadt geführt. [12] Vermutlich lebte Georg Schwimmer zuvor in Schulpforta. Georg Schwimmer kam mit seiner verwitweten Mutter ( "Marie Schwimmer, Prokurators-Witwe") nach Hildburghausen.
Die erste verfügbare Quelle in Hildburghausen belegt, das Georg Schwimmer zusammen mit seiner Frau im Jahr 1895 wie seine Mutter in der "Coburger Straße 615" wohnte. [13]
Ab spätestens 1898 und zumindest bis 1905 wohnte Georg Schwimmer mit seiner Familie in der "Schloßgasse 2" während seine Mutter Marie Schimmer weiterhin in der "Coburger Straße 615" lebte. [14] Im Jahr 1901 ändern sich aufgrund einer Neunummerierung von Häusern die Adressen allerdings von "Schlossgasse 2" zu "Schlossgasse 16" sowie die "Coburger Straße 615" zu "Coburgerstraße 18". [15] Im Jahr 1909 wohnte Marie Schwimmer schließlich "Schloßplatz 1". [16]
Goerg Schwimmer wohnte daher spätestens ab 1898 im selben Haus wie sein Schwager Paul Schultze. Bis 1900 wechselte Paul Schultze dann allerdings seinem Vater August Schultze die Wohnung.
Im Jahr 1909 verzieht die Familie Schwimmer nach Coburg. So meldet sie sich am 26. März 1909 in Coburg unter der Adresse Glockenberg 5. Am 15. April 1928, kurz vor dem Tod der Agnes Schwimmer geb. Schultze, ändert sie die Adresse schließlich zu Callenberger Straße 4. [17]
Agnes Schwimmer geb. Schultze verstarb am 8. Mai 1928 in Coburg. Ihr Mann Dr. Georg Schwimmer war vor ihr am 19. Mai 1925 ebenfalls in Coburg verstorben. [18]