Chronik der Familie Sondermann

Wilhelm Rudolf Eduard Krüger


 Wilhelm Rudolf Eduard Krüger war das älteste Kind der Adeline Sondermann (1850-1923) und des Wilhelm Krüger (1841-1928) und wurde am 31. Dezember 1877 in Deutz bei Köln geboren. [1]

Eduard Krüger begann nach seiner Schulzeit eine Lehre, die am 1. April 1897 endete. [1a]

Nach seiner Lehre leistete er seinen zweijährigen Wehrdienst in der preußischen Armee von Herbst 1899 bis Herbst 1901 ab. [1a] Vermutlich erfüllte Eduard Krüger zwar die Ausbildungsvoraussetzungen, aber nicht die finanziellen Voraussetzungen des Einjährig-Freiwilligen-Privilegs.

Heirat mit Hedwig Spies

Eduard Kürger heiratete am 29. Oktober 1926 in Gummersbach (standesamtlich) Hedwig Spies. Hedwig Spies wurde am 30. März 1897 in Nümbrecht geboren. Ihre Eltern waren der Landbriefträger (1897) und spätere Oberpostschaffner in Nümbrecht (1926) Johann Wilhelm Spies und Emma Auguste Otterbach. [2]

Aus der Ehe Krüger-Spies entstammen zwei Kinder: [3]


  1. Eva Krüger (1928)
  2. Karl Wilhelm Horst Krüger (1930)

Buchhandlung Eduard Krüger

Eduard Krüger übernahm die Buchhandlung seiner Mutter Anfang des Jahres 1903. Entsprechend wird am 9. Februar 1903 ins Handelsregister die Firma "Eduard Krüger, Buch-, Kunst-, Musikalien-, Papier- und Schreibwarenhandlung" eingetragen. [3-1]

Offenbar liefen die Geschäfte aber nicht wie erhofft, denn am 11. November 1907 wird der "Privatmann" Wilhelm Krüger (vermutlich der Vater des Eduard Krüger) als neuer Inhaber des Unternehmens ins Handelsregister eingetragen. [3-2]

Im Jahr 1911/12 wurde das Geschäft im Adressbuch der Stadt Gummersbach entsprechend geführt als "Krüger, F. W., Postpackmeister a. D., (Inhaber der Buchhandlung E. Krüger), Kaiserstraße 46" bzw. "Krüger, Eduard, Buchhändler, Kaiserstraße 47". [18]


Erst 1920 wurde Eduard Krüger wieder Eigentümer des Geschäfts. [3-3]

Bis Juni 1923 erfolgte eine Neunummerierung der Straßen und das Geschäft erhielt die Adresse "Kaiserstraße 7" wie aus den unten abgebildeten Todesanzeigen hervorgeht. [19]


Mit Wirkung vom 1. April 1925 brachte Eduard Krüger seine Buchhandlung in die neu gegründete Krüger-Bisterfeld GmbH ein. An der Gesellschaft waren Eduard Krüger und Eugen Bisterfeld zu jeweils 50 % beteiligt. Die eingebrachte Buchhandlung wurde mit 5.000 Reichsmark bewertet. Eduard Krüger und Eugen Bisterfeld wurden Geschäftsführer der neuen Gesellschaft. Dem Kaufmann Hans Werner in Gummersbach wurde Prokura erteilt. [3-4]

Das Unternehmen hatte indes nicht lange Bestand, denn am 21. Juni 1926 meldete die Essener Handels-Zeitung, dass das Konkursverfahren über das Vermögen der Krüger & Bisterfeld GmbH eingestellt wurde; vermutlich mangels Masse. [3-5]


Vermutlich führte Eduard Krüger die Buchhandlung aber über Mitte Juni 1926, dem Jahr seiner Heirat, hinaus weiter, aber maximal bis 1928:


Laut Adressbuch war er 1926 noch als Buchhändler in der "Kaiserstraße 7" tätig, auch wenn er bei der Eheschließung nur allgemein als Kaufmann bezeichnet wurde. [3a]


Das Wohn- und Geschäftshaus Krüger in der Kaiserstraße Nr. 7 soll sich im Jahr 1930 bereits im Eigentum der Familie Mäder befunden haben (laut einer handschriftlichen Notiz auf der Rückseite einer Fotografie des Gebäudes). Dennoch wird Eduard Krüger im Adressbuch dieses Jahres noch unter der Adresse Kaiserstraße Nr. 7 als Buchhändler mit Fernsprecher geführt. [3a3]


Zudem wird in der Sterbeanzeige des Wilhelm Krüger im Jahr 1928 noch als Trauerhaus die Kaiserstraße Nr. 7 genannt.


Nicht auszuschießen ist, dass Wilhelm Krüger das Gebäude aufgrund seines Alters bzw. einer Krankheit einige Jahre vor 1928 verkaufte, aber dort wohnen blieb. Seine Enkelkinder werden allerding nicht in Gummersbach, sondern in Wiehl, dem Herkunftsort seiner Schwiegertochter, geboren (November 1928, 1930), wohin die Familie Eduard Krüger nach der Geschäftsaufgabe verzog bzw. nach der Eheschließung bis zum Tod des Ehepaares wohnhaft war.


Im Jahr 1931 wurde Eduard Krüger nur noch allgemein als Kaufmann bezeichnet. [3c]


Auch in den Jahren 1935 und 1940 war die Witwe des Eduard Krüger laut Adressbüchern weiterhin in Wiehl wohnhaft. [3d]


Der Eintrag der Firma "Eduard Krüger, Buch-, Kunst-, Musikalien-, Papier- und Schreibwarenhandlung" im Handelsregister wurde erst Ende 1938 "von Amts wegen" gelöscht. [3a2]

Tod des Ehepaares

Eduard Krüger verstarb am 3. August 1934 in Wiehl. [3b] Die Schwägerin des Eduard Kürger, Helene Krüger, berichtete anlässlich seines Todes: "Denke Dir, Eduard ist Donnerstagabend an einem Gehirnschlag gestorben. Er hat ein sehr schönes Ende gehabt und ihm ist jetzt nach all den Misserfolgen wohl. Mittwoch den 1. August war er noch kurz bei uns und ganz verzweifelt, dass ihm wieder etwas fehl gegangen war. [...] Am Grabe [...] betonte Peter Stegemann, dass Eduard ein Mensch mit hohen Geistesgaben gewesen wäre. [...] Eduard ging wie jeden Tag auf sein Zimmer nach oben. [...] Morgens früh kommt er nicht mehr. Sie [Familie Spies] rufen und rufen und gehen schließlich rauf und finden ihn schon starr im Bett liegen. [...] Zur Beerdigung fuhr ich auch Montags [sic] hin, weil ich schließlich die Einzige von Eurer Seite bin. Im Hause wurde eine kurze Andacht gehalten. Der Krieger- und Landwehrverweine gingen voraus. Musik durfte keine gespielt werden, da Hindenburg auf der Bahre lag. So wurde nur geschossen. Seine Freunde aus Gummersbach gaben ihm das letzte Geleit, auch Alfred Sondermann und H. W. Bauer und viele aus Wiehl. Die Schwester von Eugen Kritzler war auch noch da. [...] Die armen Kinder tun mir leid, da hing Eduard sehr dran. [...]" [3b1]

Hedwig Krüger geb. Spies verstarb mit nur 45 Jahren knapp 10 Jahre nach ihrem Mann am 6. Januar 1943 in Nümbrecht. [4] Laut Familienüberlieferung verstarb Hedwig Krüger im Krankenhaus; möglicherweise an einer unbehandelter Diabetes, denn es soll ihr ein Teil eines Beines amputiert worden sein. Als Todesursache ist auf der Sterburkunde "Abszeß im Nimdomlager, links" (Nierenlager?) vermerkt. [20]


 [1] Vgl. Sondermann et al. (1936): Sondermann 2., aus Langenberg im Rheinlande, in: Koerner, Bernhard (Hrsg.): Deutsches Geschlechterbuch Band 92, Görlitz, S. 508; Offutt, Eda (2017): Krüger-Barthel-Bangerter Genealogy, Chevy Chase; Standesamt Gummersbach (1926): Heiratsurkunde des Eduard Krüger und der Hedwig Spies, ausgestellt im November 2017; Jonas (2010), S. 14.

[1a] Vgl. Krüger, Adeline (1895): Brief an Christel, Lilli und Fredy Bargenter, Gummersbach.

[1a] Vgl. Offutt, Eda (2017): Krüger-Barthel-Bangerter Genealogy, Chevy Chase.

[2] Vgl. Offutt, Eda (2017): Krüger-Barthel-Bangerter Genealogy, Chevy Chase; Standesamt Gummersbach (1926): Heiratsurkunde des Eduard Krüger und der Hedwig Spies, ausgestellt im November 2017.

[3] Vgl. Sondermann et al. (1936): Sondermann 2., aus Langenberg im Rheinlande, in: Koerner, Bernhard (Hrsg.): Deutsches Geschlechterbuch Band 92, Görlitz, S. 508; Offutt, Eda (2017): Krüger-Barthel-Bangerter Genealogy, Chevy Chase; Standesamt Gummersbach (1926): Heiratsurkunde des Eduard Krüger und der Hedwig Spies, ausgestellt im November 2017.

[3-1] Vgl. Amtsgericht Gummersbach (1903): Eintragung der Firma Eduard Krüger, in: Kölnische Zeitung v. 14. Februar 1903, Abend-Ausgabe, Nr. 125, S. 6. Vgl. auch eine Postkarte des Eduard Krüger aus dem Jahr 1904: Krüger, Eduard (1904):  Postkarte mit Motiv Gummersbacher Krankenhaus und Totalansicht, Gummersbach.

[3-2] Vgl. Amtsgericht Gummersbach (1907): Eintragung des Wilhelm Krüger als neuer Inhaber des Unternehmens Eduard Krüger, in: Kölnische Zeitung v. 20. November 1907, Beilage zur Morgen-Ausgabe, Nr. 1207, S. 2.

[3-3] Vgl. Amtsgericht Gummersbach (1922): Eintragung des Eudard Krüger als euer Inhaber des Unternehmens Eduard Krüger, in: Kölnische Zeitung v. 6. März 1922, Beilage zur Abend-Ausgabe, Nr. 166a, S. 2.

[3-4] Vgl. Amtsgericht Gummersbach (1925): Gründung der Kürger-Bisterfeld GmbH, in: Kölnische Zeitung v. 23. April 1925, Beilage, Nr. 296, S. 3.

[3-5] Vgl. o. V. (1926): Einstellung Konkursverfahren über das Vermögen der Krüger & Bisterfeld GmbH, in: Essener Handels-Zeitung v. 21. Juni 1926, Nr. 267, S. 1.

[3a] Vgl. Standesamt Gummersbach (1926): Heiratsurkunde des Eduard Krüger und der Hedwig Spies, ausgestellt im November 2017; Oberbergische Buchdruckerei und Verlagsanstalt GmbH (Hrsg.) (1926): Adreßbuch für die Kreise Gummersbach, Waldbröhl und Wipperfürth nebst Branchen- und Telefon-Verzeichnis, Gummersbach, S. 20.

[3a1] Vgl. Sondermann et al. (1936): Sondermann 2., aus Langenberg im Rheinlande, in: Koerner, Bernhard (Hrsg.): Deutsches Geschlechterbuch Band 92, Görlitz, S. 508.

[3a2] Vgl. Amtsgericht Gummersbach (1938): Löschung des Handelsregistereintrags der Firma Eduard Krüger, in: Oberbergischer Bote v. 20. September 1938, Nr. 220, S. 12.

[3a3] Vgl. Oberbergische Buchdruckerei und Verlagsanstalt GmbH (Hrsg.) (1930): Adressbuch für die Kreise  Gummersbach, Waldbröhl und Wipperfüth nebst Branchen-Verzeichnis, Gummersbach, S. 52.

[3b] Vgl. Offutt, Eda (2017): Krüger-Barthel-Bangerter Genealogy, Chevy Chase; Familie Krüger (1934): Sterbeanzeige Eduard Krüger, Wiehl. Die genaue Quellenangabe der Sterbeanzeige ist derzeit unbekannt.

[3b1] Vgl. Krüger (?), Helene (1934): Brief zum Tod von Eduard Krüger, Gummersbach.

[3c] Vgl. Kirchenbuch der evangelischen Gemeinde Wiehl, Taufe der Eva Krüger am 2. August 1931, digitales Archiv.

[3d] Vgl. Oberbergischer Bote (Hrsg.) (1935): Adressbuch für die Kreise Gummersbach, Waldbröhl und Wipperfüth nebst Gewerbe Verzeichnis, Gummersbach, S. 358; Verlag des Adressbuches für den Oberbergischen Kreis (Hrsg.) (1940): Adreßbuch für den Oberbergischen Kreis, Gummersbach, S. 311.

[4] Vgl. Standesamt Gummersbach (1926): Heiratsurkunde des Eduard Krüger und der Hedwig Spies, ausgestellt im November 2017; Familie Krüger (1943): Todesanzeige der Hedwig Krüger geb. Spies, in: Oberbergischer Bote v. 7. Januar 1943, Nr. 5.

[18] Vgl. Dietzgen Albert (Hrsg.) (1911/1912): Adressbuch der Kreise Gummersbach, Waldbröl u. Wipperfürth, Siegburg, S. 21.

[19] Familie Krüger (1923): Sterbeanzeige Frau Wilhelm Krüger, Adele geb. Sondermann, Gummersbach.

[20] De Smeth, Barbara (2025): E-Mail an Chr. Thiesen, Cooma; Standesamt Nümbrecht (2025): Auskunft zur Sterbeurkunde der Hedwig Krüger, Nümbrecht.
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