Eduard Kürger heiratete am 29. Oktober 1926 in Gummersbach (standesamtlich) Hedwig Spies. Hedwig Spies wurde am 30. März 1897 in Nümbrecht geboren. Ihre Eltern waren der Landbriefträger (1897) und spätere Oberpostschaffner in Nümbrecht (1926) Johann Wilhelm Spies und Emma Auguste Otterbach. [2]
Aus der Ehe Krüger-Spies entstammen zwei Kinder: [3]
Eduard Krüger übernahm die Buchhandlung seiner Mutter Anfang des Jahres 1903. Entsprechend wird am 9. Februar 1903 ins Handelsregister die Firma "Eduard Krüger, Buch-, Kunst-, Musikalien-, Papier- und Schreibwarenhandlung" eingetragen. [3-1]
Offenbar liefen die Geschäfte aber nicht wie erhofft, denn am 11. November 1907 wird der "Privatmann" Wilhelm Krüger (vermutlich der Vater des Eduard Krüger) als neuer Inhaber des Unternehmens ins Handelsregister eingetragen. [3-2]
Im Jahr 1911/12 wurde das Geschäft im Adressbuch der Stadt Gummersbach entsprechend geführt als "Krüger, F. W., Postpackmeister a. D., (Inhaber der Buchhandlung E. Krüger), Kaiserstraße 46" bzw. "Krüger, Eduard, Buchhändler, Kaiserstraße 47". [18]
Erst 1920 wurde Eduard Krüger wieder Eigentümer des Geschäfts. [3-3]
Bis Juni 1923 erfolgte eine Neunummerierung der Straßen und das Geschäft erhielt die Adresse "Kaiserstraße 7" wie aus den unten abgebildeten Todesanzeigen hervorgeht. [19]
Mit Wirkung vom 1. April 1925 brachte Eduard Krüger seine Buchhandlung in die neu gegründete Krüger-Bisterfeld GmbH ein. An der Gesellschaft waren Eduard Krüger und Eugen Bisterfeld zu jeweils 50 % beteiligt. Die eingebrachte Buchhandlung wurde mit 5.000 Reichsmark bewertet. Eduard Krüger und Eugen Bisterfeld wurden Geschäftsführer der neuen Gesellschaft. Dem Kaufmann Hans Werner in Gummersbach wurde Prokura erteilt. [3-4]
Das Unternehmen hatte indes nicht lange Bestand, denn am 21. Juni 1926 meldete die Essener Handels-Zeitung, dass das Konkursverfahren über das Vermögen der Krüger & Bisterfeld GmbH eingestellt wurde; vermutlich mangels Masse. [3-5]
Vermutlich führte Eduard Krüger die Buchhandlung aber über Mitte Juni 1926, dem Jahr seiner Heirat, hinaus weiter, aber maximal bis 1928:
Laut Adressbuch war er 1926 noch als Buchhändler in der "Kaiserstraße 7" tätig, auch wenn er bei der Eheschließung nur allgemein als Kaufmann bezeichnet wurde. [3a]
Das Wohn- und Geschäftshaus Krüger in der Kaiserstraße Nr. 7 soll sich im Jahr 1930 bereits im Eigentum der Familie Mäder befunden haben (laut einer handschriftlichen Notiz auf der Rückseite einer Fotografie des Gebäudes). Dennoch wird Eduard Krüger im Adressbuch dieses Jahres noch unter der Adresse Kaiserstraße Nr. 7 als Buchhändler mit Fernsprecher geführt. [3a3]
Zudem wird in der Sterbeanzeige des Wilhelm Krüger im Jahr 1928 noch als Trauerhaus die Kaiserstraße Nr. 7 genannt.
Nicht auszuschießen ist, dass Wilhelm Krüger das Gebäude aufgrund seines Alters bzw. einer Krankheit einige Jahre vor 1928 verkaufte, aber dort wohnen blieb. Seine Enkelkinder werden allerding nicht in Gummersbach, sondern in Wiehl, dem Herkunftsort seiner Schwiegertochter, geboren (November 1928, 1930), wohin die Familie Eduard Krüger nach der Geschäftsaufgabe verzog bzw. nach der Eheschließung bis zum Tod des Ehepaares wohnhaft war.
Im Jahr 1931 wurde Eduard Krüger nur noch allgemein als Kaufmann bezeichnet. [3c]
Auch in den Jahren 1935 und 1940 war die Witwe des Eduard Krüger laut Adressbüchern weiterhin in Wiehl wohnhaft. [3d]
Der Eintrag der Firma "Eduard Krüger, Buch-, Kunst-, Musikalien-, Papier- und Schreibwarenhandlung" im Handelsregister wurde erst Ende 1938 "von Amts wegen" gelöscht. [3a2]
Eduard Krüger verstarb am 3. August 1934 in Wiehl. [3b] Die Schwägerin des Eduard Kürger, Helene Krüger, berichtete anlässlich seines Todes: "Denke Dir, Eduard ist Donnerstagabend an einem Gehirnschlag gestorben. Er hat ein sehr schönes Ende gehabt und ihm ist jetzt nach all den Misserfolgen wohl. Mittwoch den 1. August war er noch kurz bei uns und ganz verzweifelt, dass ihm wieder etwas fehl gegangen war. [...] Am Grabe [...] betonte Peter Stegemann, dass Eduard ein Mensch mit hohen Geistesgaben gewesen wäre. [...] Eduard ging wie jeden Tag auf sein Zimmer nach oben. [...] Morgens früh kommt er nicht mehr. Sie [Familie Spies] rufen und rufen und gehen schließlich rauf und finden ihn schon starr im Bett liegen. [...] Zur Beerdigung fuhr ich auch Montags [sic] hin, weil ich schließlich die Einzige von Eurer Seite bin. Im Hause wurde eine kurze Andacht gehalten. Der Krieger- und Landwehrverweine gingen voraus. Musik durfte keine gespielt werden, da Hindenburg auf der Bahre lag. So wurde nur geschossen. Seine Freunde aus Gummersbach gaben ihm das letzte Geleit, auch Alfred Sondermann und H. W. Bauer und viele aus Wiehl. Die Schwester von Eugen Kritzler war auch noch da. [...] Die armen Kinder tun mir leid, da hing Eduard sehr dran. [...]" [3b1]
Hedwig Krüger geb. Spies verstarb mit nur 45 Jahren knapp 10 Jahre nach ihrem Mann am 6. Januar 1943 in Nümbrecht. [4] Laut Familienüberlieferung verstarb Hedwig Krüger im Krankenhaus; möglicherweise an einer unbehandelter Diabetes, denn es soll ihr ein Teil eines Beines amputiert worden sein. Als Todesursache ist auf der Sterburkunde "Abszeß im Nimdomlager, links" (Nierenlager?) vermerkt. [20]